Freitag Abend. Mir wurde versprochen, das hier wird unsere Nacht. Jetzt stehe ich im Regen vor einem Black Music-Club mit einem Namen, der alle verstärkt pigmentierten dieser Welt zutiefst beleidigen müsste – was sie aber nicht kümmert, da sie entweder betrunken, tanzend und/oder auf der Balz sind, – auf einer Treppe mit knapp 70 anderen, die alle miteinander aber nicht mit mir sprechen.
Dafür hab aber ich einen gut, denke ich mir, als der Türsteher mein Gesicht prüft und mich durchwinkt.
Ich suche jemanden, dem ich die eben entdeckte Namensproblematik erklären kann, stoße aber auf Granit und stelle mir die Frage, ob nicht viel mehr ich das Problem bin.
Ertrunken in der achten Flaschen Beck’s erhoffe ich mir Aufmunterung in genau diesem Etablissement. Neun Euro Eintritt sind wohl nicht zuviel verlangt.
Die ersten Gedanken drehen sich im Kreis. Es ist die Frage danach, was mich letztendlich töten wird. Der Suff, der Duft oder die Musik. Oder gar die Leute?
Einige scheinen auf Krawall gebürstet, was ich feststelle, als einer von hinten schreit
“Diese verfickten Türsteherhurensöhne mit ihren schlampigen Müttern fick ich, ich schwöre.”
Ich bewundere die Wortvielfalt, stelle aber fest, dass alle sprachlichen Boni durch die demolierte Satzstellung über Bord geworfen sind.
Schade eigentlich.
In der Hoffnung, der aufgewirbelten Staubwolke ungehemmter Aggressionen entgehen zu können, flüchte ich Richtung Tanzfläche und gelange zu der Erkenntnis, dass Großraumdiskotheken auch nicht mehr als institutionierte Lebenszeitverkürzer in qualvoller Gesellschaft sind.
Einem freundlichen zwei mal zwei Meter Menschen in die Arme rennend, stelle ich fest, wie alt ich doch eigentlich inzwischen bin.
“Brauchsu Stoff?”
Schnell laufe ich die Optionen, dass ich mich entweder weiter betrinken könnte oder meinen Suff mit THC kombiniert ausnutzen könnte, um meine Erinnerung an diesen Abend auslöschen zu können und mache das einzig Vernünftige und Richtige.