Master of Slaves Club (1)

Master of Slaves Club (1)
Freitag Abend. Mir wurde versprochen, das hier wird unsere Nacht. Jetzt stehe ich im Regen vor einem Black Music-Club mit einem Namen, der alle verstärkt pigmentierten dieser Welt zutiefst beleidigen müsste – was sie aber nicht kümmert, da sie entweder betrunken, tanzend und/oder auf der Balz sind, – auf einer Treppe mit knapp 70 anderen, die alle miteinander aber nicht mit mir sprechen.
Dafür hab aber ich einen gut, denke ich mir, als der Türsteher mein Gesicht prüft und mich durchwinkt.
Ich suche jemanden, dem ich die eben entdeckte Namensproblematik erklären kann, stoße aber auf Granit und stelle mir die Frage, ob nicht viel mehr ich das Problem bin.
Ertrunken in der achten Flaschen Beck’s erhoffe ich mir Aufmunterung in genau diesem Etablissement. Neun Euro Eintritt sind wohl nicht zuviel verlangt.
Die ersten Gedanken drehen sich im Kreis. Es ist die Frage danach, was mich letztendlich töten wird. Der Suff, der Duft oder die Musik. Oder gar die Leute?
Einige scheinen auf Krawall gebürstet, was ich feststelle, als einer von hinten schreit
“Diese verfickten Türsteherhurensöhne mit ihren schlampigen Müttern fick ich, ich schwöre.”
Ich bewundere die Wortvielfalt, stelle aber fest, dass alle sprachlichen Boni durch die demolierte Satzstellung über Bord geworfen sind.
Schade eigentlich.
In der Hoffnung, der aufgewirbelten Staubwolke ungehemmter Aggressionen entgehen zu können, flüchte ich Richtung Tanzfläche und gelange zu der Erkenntnis, dass Großraumdiskotheken auch nicht mehr als institutionierte Lebenszeitverkürzer in qualvoller Gesellschaft sind.
Einem freundlichen zwei mal zwei Meter Menschen in die Arme rennend, stelle ich fest, wie alt ich doch eigentlich inzwischen bin.
“Brauchsu Stoff?”
Schnell laufe ich die Optionen, dass ich mich entweder weiter betrinken könnte oder meinen Suff mit THC kombiniert ausnutzen könnte, um meine Erinnerung an diesen Abend auslöschen zu können und mache das einzig Vernünftige und Richtige.

Freitag Abend. Mir wurde versprochen, das hier wird unsere Nacht. Jetzt stehe ich im Regen vor einem Black Music-Club mit einem Namen, der alle verstärkt pigmentierten dieser Welt zutiefst beleidigen müsste – was sie aber nicht kümmert, da sie entweder betrunken, tanzend und/oder auf der Balz sind, – auf einer Treppe mit knapp 70 anderen, die alle miteinander aber nicht mit mir sprechen.

Dafür hab aber ich einen gut, denke ich mir, als der Türsteher mein Gesicht prüft und mich durchwinkt.

Ich suche jemanden, dem ich die eben entdeckte Namensproblematik erklären kann, stoße aber auf Granit und stelle mir die Frage, ob nicht viel mehr ich das Problem bin.

Ertrunken in der achten Flaschen Beck’s erhoffe ich mir Aufmunterung in genau diesem Etablissement. Neun Euro Eintritt sind wohl nicht zuviel verlangt.

Die ersten Gedanken drehen sich im Kreis. Es ist die Frage danach, was mich letztendlich töten wird. Der Suff, der Duft oder die Musik. Oder gar die Leute?

Einige scheinen auf Krawall gebürstet, was ich feststelle, als einer von hinten schreit

“Diese verfickten Türsteherhurensöhne mit ihren schlampigen Müttern fick ich, ich schwöre.”

Ich bewundere die Wortvielfalt, stelle aber fest, dass alle sprachlichen Boni durch die demolierte Satzstellung über Bord geworfen sind.

Schade eigentlich.

In der Hoffnung, der aufgewirbelten Staubwolke ungehemmter Aggressionen entgehen zu können, flüchte ich Richtung Tanzfläche und gelange zu der Erkenntnis, dass Großraumdiskotheken auch nicht mehr als institutionierte Lebenszeitverkürzer in qualvoller Gesellschaft sind.

Einem freundlichen zwei mal zwei Meter Menschen in die Arme rennend, stelle ich fest, wie alt ich doch eigentlich inzwischen bin.

“Brauchsu Stoff?”

Schnell laufe ich die Optionen, dass ich mich entweder weiter betrinken könnte oder meinen Suff mit THC kombiniert ausnutzen könnte, um meine Erinnerung an diesen Abend auslöschen zu können und mache das einzig Vernünftige und Richtige.

Nie tro.

Es wird Zeit, dieses Auto zu loszuwerden.

Aus der Not heraus und von einem Tuner aus Duisburg, mit eindeutig schwierigem sozialen Umfeld, für zuviel Geld übernommen, um dann festzustellen, dass an diesem Auto rein gar nichts cool ist.

Die gesunde Mischung aus Golf 3, Duftbäumchen, Dröhnauspuff (mit dem unvergleichlichen Klang zweier Waschmaschinen, die sich duellieren, welche zuerst die andere Wand des Waschkellers erreicht) und verdunkelten Scheiben schiebt sich unter meinem Hintern zwar relativ komfortabel durch die Stadt, die Geräuschkulisse ausserhalb und vor allem in dem Wagen sind allerdings von sowasvonschlechten Eltern, dass hier einem alles vergeht.
Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen: Startet ein Tuner den Motor im falschen Augenblick könnte dem Weibchen des Tuners doch glatt eine zentimeterdicke Schicht der Gesichtsbetupfelung entfallen.

Was bereits von Anfang an, kurz nach dem Kauf, für mich ein großes Problem darstellte, waren die Aufkleber für einige “Marken” an linker und rechter Seite des Auto. Die vorderen Kotflügel waren mit einer, von oben nach unten verlaufenden, weißen Bannerreihe beklebt, auf der einige Firmen Platz fanden, für deren Produkte offensichtlich kein Geld war.
Da ich als lediglich fahrender, aber niemals Bescheid wissender, geschweige denn bastelnder, Autoinnenlebenidiot nicht wusste, wofür diese Labels denn so stehen, und weil meine Faulheit einen elementaren Platz in meinem Leben abnimmt, habe ich mir jedoch nie die Mühe gemacht, es herauszufinden oder diese Klebestreifen zu entfernen.

Peinlich wurde es dann nur, als mich ein Bekannter fragte, ob der Wagen denn echt Lachgaseinspritzung hätte.

“Wieso?”
“Ja du hast doch ‘n NOS-Aufkleber!”
“Achja?”

Fakt ist: In diesem Auto waren vermutlich schon so eine Menge Gase und Giftstoffe. Aber Lachgas sicherlich nie.
Wobei man sich schon die Frage stellt, wieso dann immer alle lachen, wenn ich mit meinem Röhrschlitten an ihnen vorbeifahre.

Such ihn doch.

Das Sprungtuch, das du Welt nennst. Und wenn der Fallschirm nicht öffnet, sei man wenigsten geflogen? Gelogen!

Man ist gefallen. So, wie man es kennt. Man startet, versucht und fällt. Los, Stop, Schade. Das alles ist eben doch nicht mehr als ein Sisyphos-Werk. Leben ist der Moment zwischen Fall und Aufprall. Und alle versuche, sich an den Ästen festzuhalten, die an einem vorbei rauschen, sind doch nur lebenserhaltende Maßnahme. Ein Versuch, sich etwas einzureden, was nicht ist. Und was nicht ist, wird niemals sein.

Schöntrinken von Umständen. Und den Umständen entsprechen nicht gehandelt. Welch Malheur. Welch Drama. Welch Tik.

Gib mir eine Axt und ich trenne euch von meinem Kopf.

Hallo Welt!

Lieber Neugeborener,

das ist ja ein Stress, den du dir da antust, mit der Geburt.
Aber weil du es nicht besser weißt, helfe ich gerne.

Heute ist der 5. März 2010, d.h., bis du volljährig wirst, passiert so einiges. Bisher ist nicht einmal abzusehen, ob du schon 2028 deine staatliche Anerkennung als Erwachsener erhälst.

Deine Mutter wird, sobald du drei oder vier bist, vermutlich auch anfangen müssen, zu arbeiten, weil das Geld einfach nicht mehr da ist; einige haben sich letztes Jahr verwählt und das schlägt sich auch auf dich zurück. Stichwort: Soziale Kälte.
Du wirst damit leben müssen.

2013 hat das Volk um dich herum aber schon eine neue Chance. Und sie werden sie nutzen, was den Staat, geleitet durch den designierten Bundeskanzler Gabriel (SPD) neben Außenministerin Köhler-Schröder-Köpf (die Linke) nach einem katastrophalen Wahlausgang für die FDP, der darin bündelt, dass sie umgehend ihr Ende am Parteienhorizont bekannt gibt, jedoch zunächst in die Situation bringt, sich aus dem Schuldentief von knapp 590 Millarden Euro zu befreien.

Auch, was dieses ehemalige Leitmedium angeht, wirst du dich daran gewöhnen müssen, jetzt am besten nicht viel von dem zu behalten, was du aufgreifst. Schließlich tritt der Staat durch die hohe Staatsverschuldung die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten im Jahr 2015 an den weltweit agierenden Multimediakonzern Berlusconi Enterprises ab und verdient sich so neben einer knappen Entlastung einiges an Spott und Häme.
Auch die neugegründete private Sendegruppe 9Live-Prosieben GmbH kämpft um ihre Quoten.
Durch die erkaufte Lobbyarbeit eines nicht näher genannten Ex-Ministers wird eine staatliche Video-on-Demand-Seite als “adäquater Ersatz der Einstellung bundeseigener Fernsehanstalten” (O-Ton Bildungsminister Ferchichi (die Linke), 2015) eingeführt, was den Fernseher aus den Wohnzimmern verdrängt und den Computer zum Dreh- und Angelpunkt zentralen Lebens gemacht.

Auch der Millardenkauf des Joint Ventures T-Vodafone von Facebook und den VZ-Netzwerken im Jahre 2015 führt dazu, dass sämtliche Kommunikation zentralisiert stattfinden und das Friendship-Gruschel-Syndrom an Schulen um sich greift.

Zwei Jahre später jedoch….ach was erzähle ich dir das eigentlich. Erleb es doch am besten selber.