Archiv der Kategorie Plattenbau: Seele.

Boxenstopp.

Es sind eben doch die kleinen Dinge?

Es ist das Tropfen des warmen Regens, der einem den Tag retten oder zerstören kann. Je nach dem, ob man durch die Wüste spaziert, oder am See picknicken wollte.

Oder eben, dass man erkennt, dass auch Burgerbratern eine Zukunft zusteht. Und bald? Bald geht es weiter. Nach oben. Nach vorne.

Das kriegen wir alles noch hin!

Welcome to the Jungle – Großstadtängste, Freizeitmangel.
Da muss irgendetwas vorliegen, fehlerfrei kriegen wir das sicher nicht über die Bühne! Aber wie dem auch sei: Heute hat es begonnen. Und ich wette: Dieser Sommer wird lang. Das kann nicht alles gewesen sein.

Der Blick ist frei auf Ringelpietz mit Abwählen.

35% sind geschafft. Und ich bin es auch. Bei gefühlten 200 Grad im Schatten brauche ich nun erstmal etwas Wasser. Oder Bier. Ja, eher Bier.

Rückschritt gleich Fortschritt

Und dann ist da dieser Moment am lauen Vorabend des wärmsten Tag des Jahres, der nach Wochen des Schnees und der Depression der erste mit Tshirtkompatibilität und Grilltauglichkeit ist.

Auf den Ohren dröhnt der Song aus den durchtrunkenen Nächten, in denen man kilometerlange Briefe schrieb. Eine der Nächte, die ganze Jahreszeiten charakterisieren können. Eine der Nächte des letzten Sommers. Jener Sommer, indem ich traurig war und mich dabei besser denn je fühlte.

Und die Erinnerungen holen mich schneller ein, als jeder Grillgeruch meine Nase erreichen kann.
Gedanken an die Nacht vor der Werkstatt mit der wirklich großen Liebe.
Gedanken an Gärten, an den Sport. Erinnerungen an “suited swimming”.

Erase and Rewind. Ich geb der Zukunft doch eine Chance. Und fahr woandershin.

Um die Ecke gebracht.

Und das war es dann.

“Zum 1. April schließen wir das Verkaufseck.”

Ich wohne hier nicht lang genug, um ihn seit den zwölf Jahren, die er sein Büdchen betrieb, zu kennen. Und ich kenne seinen Kosenamen, der gleichzeitig als Namen für seine Bude, die eigentlich “Verkaufseck” heißt, stand, genau wie alle nur von Mund-zu-Mund-Propaganda.

Der Gedanke daran, dass in den letzten zwölf Jahren wohl alle Schüler der anliegenden Gesamt- und Berufsschule diesen Namen kennen und nennen und das Gesicht dahinter Tag für Tag zum Lächeln bringen, indem sie gar nicht viel mehr machen, als einfach nur ”eine gemischte Tüte für 50cent – aber nicht von den Fröschen!!!” zu wünschen, ruft in mir die Erinnerung an diese Bude an meiner Grundschule hervor.

Wieviel DMark haben wir verschleudert, um alle Arten von Wundertüten, Mickey Mouse-Heften, Wassereissen, Süßigkeiten und die erste Zigarette (einzeln für dreißig Pfennig!) zu probieren.

Und wie traurig wäre es, wenn ich all die Jahre weiterhin zu diesem Kiosk gegangen wäre, um Kleingut zu kaufen; um auch Sonntags an meine Brötchen und die Zeitung zu kommen; und ich jetzt erfahren würde, dass er schließen würde?