Es wird Zeit, dieses Auto zu loszuwerden.
Aus der Not heraus und von einem Tuner aus Duisburg, mit eindeutig schwierigem sozialen Umfeld, für zuviel Geld übernommen, um dann festzustellen, dass an diesem Auto rein gar nichts cool ist.
Die gesunde Mischung aus Golf 3, Duftbäumchen, Dröhnauspuff (mit dem unvergleichlichen Klang zweier Waschmaschinen, die sich duellieren, welche zuerst die andere Wand des Waschkellers erreicht) und verdunkelten Scheiben schiebt sich unter meinem Hintern zwar relativ komfortabel durch die Stadt, die Geräuschkulisse ausserhalb und vor allem in dem Wagen sind allerdings von sowasvonschlechten Eltern, dass hier einem alles vergeht.
Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen: Startet ein Tuner den Motor im falschen Augenblick könnte dem Weibchen des Tuners doch glatt eine zentimeterdicke Schicht der Gesichtsbetupfelung entfallen.
Was bereits von Anfang an, kurz nach dem Kauf, für mich ein großes Problem darstellte, waren die Aufkleber für einige “Marken” an linker und rechter Seite des Auto. Die vorderen Kotflügel waren mit einer, von oben nach unten verlaufenden, weißen Bannerreihe beklebt, auf der einige Firmen Platz fanden, für deren Produkte offensichtlich kein Geld war.
Da ich als lediglich fahrender, aber niemals Bescheid wissender, geschweige denn bastelnder, Autoinnenlebenidiot nicht wusste, wofür diese Labels denn so stehen, und weil meine Faulheit einen elementaren Platz in meinem Leben abnimmt, habe ich mir jedoch nie die Mühe gemacht, es herauszufinden oder diese Klebestreifen zu entfernen.
Peinlich wurde es dann nur, als mich ein Bekannter fragte, ob der Wagen denn echt Lachgaseinspritzung hätte.
“Wieso?”
“Ja du hast doch ‘n NOS-Aufkleber!”
“Achja?”
Fakt ist: In diesem Auto waren vermutlich schon so eine Menge Gase und Giftstoffe. Aber Lachgas sicherlich nie.
Wobei man sich schon die Frage stellt, wieso dann immer alle lachen, wenn ich mit meinem Röhrschlitten an ihnen vorbeifahre.